Touristik - Umliegende Stadte
Ústí nad Labem
Ústí n. L. ist wie ein Knabe, dem der Körper zu schnell gewachsen sei und der nichts damit anzufangen weiß. Eine naturliche Entwicklung kann nicht erzwungen werden, und unsere Stadt hat den Nachteil, dass sie eigentlich kein Alter hat. Auch die ältesten, nicht kirchlichen Gebäude der Stadt sind nur etwa 100 Jahre alt. Die schnelle Entwicklung seit der Hälfte des letzten Jahrhunderts bis zur Hälfte dieses Jahrhunderts machte eigentlich aus einer Kleinstadt eines der größten Zentren des Lebens im Land. Die Stadt wuchs bis in die siebziger Jahre, eher aber in die Breite, als in die Tiefe. Sie hatte auch keine Zeit dazu, im Gegensatz zu den, scheinbar vergleichbaren, Städten wie z. B. Liberec, Ceske Budejovice usw. Die Stadt wurde vor allem durch die Wirtschaft und durch ständigen Wechsel der Einwohner be-einflusst. Einen mächtigen Zuwachs der Einwohner während der fünfziger Jahre, Massenvertreibung von Tschechen vor dem Krieg und von Deutschen nach dem Krieg, danach folgende Ansiedlung von Menschen, die hier zwar ein Dach über dem Kopf, aber kein Zuhause gefunden haben. Deshalb wurde auch die erste, ein wenig stärkere Generation erst Ende der fünfziger Jahre geboren, und festere Wurzeln fand hier erst die Generation danach, heute sind es etwa die Zwanzigjährigen. Die Leute bekamen hier eine Stadt geschenkt, die während des Krieges und der kommunistischen Regierung zerstört wurde, eine Stadt, die nur schrittweise und unsicher wieder aufgebaut wurde. Aber auch eine Stadt mit großer Kraft und vielen Möglichkeiten, eine Stadt mit fast unrealer Entscheidungsfreiheit. Die ideale Lage der Stadt am Fluss, in einer wunderschönen Landschaft, internationale Straßen- und Eisenbahnverbindung, eine allmählich transformierte Wirtschaft, breite Entwicklungsgebiete im Zentrum und am Stadtrand, die Nähe von Prag und Dresden, aber auch neue Mittelpunkte der Kultur und des menschlichen Daseins (Universität, Klubs, Theater, Ausstellungsräume), das alles gibt der Stadt eine Chance zur Stabilisierung der Einwohner, zur Wiedergeburt der Stadt und letztendlich auch zu ihrem natürlichen Alt-zu- werden-prozess.
Teplice
Begeben Sie sich mit uns auf den Weg nach Teplitz, einer Stadt mit der reichen Vergangenheit eines europa-, ja weltberühmten Kurbades, in eine Stadt, überaus rege in allen seinen Unternehmen, Unterhaltungen und kulturellen Angeboten, in eine Stadt voller Parks und Springbrunnen und auch beliebter Restaurants und kleiner Cafés, kurz: nach "Klein Paris", wie Teplitz einst genannt wurde.
Die Stadt Teplitz ist eingebettet in die reizvolle Landschaft zwischen Böhmischem Mittelgebirge und dem Massiv des Erzgebirges, unweit der Grenze mit Deutschland. Die Entdeckung der heißen Heilquellen datiert sich schon ins Jahr 762. Die weitere Entwicklung reiht Teplitz in die ältesten Kurbäder in Europa ein. Sein Ruhm erreichte europäische Ausmaße, wovon viele berühmte Persönlichkeiten zeugen, die die Heilkraft der Teplitzer Quellen in Anspruch nahmen. Zu den berühmtesten Besuchern gehörten Goethe, Beethoven, Chopin und Liszt.
Nach dem Jahre 1990 kommt es in einem relativ kurzen Zeitraum zu einer komplexen Rekonstruktion der Kurhäuser, die nun ihre Dienstleistungen auf höchstem Niveau anbieten. Die Stadt baute eine neues Schwimmhallenareal mit Squashcourt, sie rekonstruierte das Gebäude des Erzgebirgischen Theaters mit einem Kostenaufwand von mehr als 150 Mill. Kronen. Ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen bieten das Kulturhaus und die Kinos, einschließlich Sommerkino. In Teplitz hat auch ein sinfonisches Orchester sein ständiges Zuhause - die Nordböhmische Philharmonie Teplitz. Sie bereichert das kulturelle Leben der Stadt im Verlauf des ganzen Jahres, in den Sommermonaten führt sie ihre Konzerte im Kurpark auf.
Teplitz mit seiner näheren Umgebung bietet Ruhe und Entspannung in seinen Kurparks, eine interessante Architektur seiner Empire- und Jugendstilbauten und eine reiche Auswahl an Natur- und historischen Sehenswürdigkeiten. Ein Anziehungspunkt für die Besucher ist der Schlossplatz mit seinem bildhauerischen Kleinod, der Pestsäule von Matthias Braun aus dem Jahre 1718.
Teplitz ist aber auch als traditioneller Hersteller vor allem von Glas und Keramik bekannt. Die bedeutenden Produzenten sind nicht nur bei uns berühmt, sondern auch in aller Welt geschätzt.
Ausgezeichnete Bedingungen für Sport und Touristik bietet das nahe Erzgebirge und Böhmische Mittelgebirge. Künstlich angelegte Seen, durch Rekultivierungstätigkeit entstanden, bieten eine reizvolle Umgebung für sommerliche Erholung, bergiges Terrain mit Skiabfahrtpisten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades und gut instand gehaltenen Langlaufstrecken bieten ein reichhaltiges Angebot für winterliche Erholungssuchende. Außergewöhnliche Aussichten vom Gipfel des Schlossbergs, des Borschen und des Mileschauer oder vom Mückenberg mit seiner Seilbahn gehören zu echten Erlebnissen. Das gegenwärtige Teplitz ist eine Stadt voller Grün und Springbrunnen, wo jeder Besucher, auch der anspruchsvollste, ein Plätzchen findet, das ihn erfreut und zu dem er gerne zurückkehrt.
Trmice
Im Tal des Flusses Bilina (Biela) am Fusse des Erzgebirges liegt die Kleinstadt Trmice (Türmitz), die eine lange Zeit mit der Geschichte des Geschlechtes der Nostizer verbunden war. Die gewannen Trmice im Jahre 1067 und schrittweise bildeten sie hier das Zentrum ihrer Herrschaft im Nordwesten Böhmens. An diese Familie erinnert uns vor allem das Trmicer Schloss, das Albert Nostiz in den Jahren 1856 -1863 erbauen ließ. Das Schloss im Renaissancestil wurde von dem Architekten Heinrich Ferstel entworfen. Heutzutage bildet das Schloss das Zentrum des kulturellen Lebens in Trmice. Wir können z. B. die historische Exposition des Bergbaus besuchen. Es finden hier auch zahlreiche Ausstellungen und Vorträge, im Marmorsaal dann Konzerte statt. Es befinden sich hier auch sechs Fresken des Malers Alois Bubäk mit der Aussicht auf das Schloss und die Umgebung.
Die Dominante des Wenzelsplatzes bildet die Kirche der Narozeni Panny Marie (Geburt der Jungfrau Maria). Ihre jetzige Gestalt im Neurenaissancestil stammt aus dem Jahre 1898. In den Räumen der Kirche erinnern uns viele Elemente an ihre Barockvergangenheit. Nicht weit von der Kirche entfernt befindet sich auch das Barockpfarrhaus. Von den bedeutendsten Persönlichkeiten, die mit Trmice verbunden sind, nennen wir z. B. den berühmten Gartenarchitekten Josef Fritsch, der im 19. Jahrhundert in Italien wirkte, oder den Pragerdeutschen Dichter Rainer Maria Rilke, dessen Geschlecht aus Trmice stammte. Eine lange Zeit lebte im Pfarrhaus in Trmice der gegenwärtige Bischof von Hradec Krälove, Karel Otcenääek, und im Jahre 1931 wurde in Trmice die bekannte Malerin Jindra Husärikovä geboren.
